Grundsätze für das Verhalten im Strafverfahren

Egal, ob Sie sie selbst gerufen haben oder angehalten wurden – machen Sie sich klar, dass Polizistinnen und Polizisten grundsätzlich „in alle Richtungen” ermitteln, also auch gegen Sie. Dasselbe gilt für die Staatsanwaltschaft und Strafgerichte.

Bereits die unverblümte Frage „Haben Sie Drogen konsumiert?” kann der Auftakt für ein Ermittlungsverfahren sein. Doch weil nur Wenige die Muße haben dürften, mit „Finden Sie es heraus!” zu antworten, sollte die Mehrheit darüber nachdenken, frühzeitig einen Strafverteidiger oder eine Strafverteidigerin zu befragen.

Letztere sind die einzigen Beteiligten, die von Berufs wegen ausschließlich Ihre Interessen und Rechte zu wahren haben – selbst dann, wenn Sie „es getan” haben.

Eine nachhaltige Tätigkeit ist in der Regel aber erst nach vollständiger Einsicht in die Ermittlungs- bzw. Strafakten möglich. Bis zu diesem Zeitpunkt sollten Sie sich mit unbedachten Erklärungen nicht selbst belasten.

Blocken Sie vermeintlich unverfänglichen „small talk” ab. Widerstehen Sie „gutgemeinten” Zureden der Ermittlungsbeamten, es werde schon nicht so schlimm werden oder man wolle ja schließlich auch nach Hause.

Sie haben das Recht zu schweigen, nutzen Sie es – zumindest solange, bis Sie anständig verteidigt werden!